Apparative intermittierende Kompression

Veröffentlicht am 20. September 2020 um 21:04

Hört sich kompliziert an ist es aber gar nicht. Vor 1 Woche hatte ich das Glück an einer Schulung für apparative Entstauungstherapie teilzunehmen. Und ich muss sagen das es zusätzlich zur MLD (Manuellen Lymphdrainage ) wirklich Sinn macht. Es ersetzt auf keinen Fall die MLD, so wurde es auch auf der Schulung erklärt, aber unterstützend ist es sicherlich sehr gut. Für alle die sich jetzt fragen was genau ist das, und was bringt es. Hier eine kurze Erklärung dazu. Es gibt verschiedene Geräte von verschiedenen Hersteller auf dem Markt und alle versuchen, wie bei der MLD auch die Lymphe aus den Armen und Beinen zu massieren. Man muss es sich vorstellen wie wenn man an den Beinen von unten gewickelt wird, und gleich wieder abgewickelt wird. Und das mehrmals hintereinander. Im endefekt  schlüpft man in eine riesige Hose mit 12 überlappenden Luftkammern. Diese werden dann von unten nach oben mit Luft gefüllt. Kurz danach wir die Luft wieder weniger in den Kammern und das ganze startet wieder von vorne. So wird das Gewebe entstauut, Stoffwechsel und Gasaustausch verbessert. Das ist besonders von Vorteil zur Behandlung von Lip- und Lymphödemen und deren Mischformen. Der gradiente Behandlungsdruck realisiert ein physiologisch effizientes Druckgefälle. So kann die Flüssigkeit, die durch den in den überlappenden Kammern aufgebauten Druck mobilisiert wird, ohne Rückfluss ungehindert abströmen. Diese unterstützende Heimtherapie ist in einigen Fällen notwendig und auch kostenmäßig sinnvoll. Bei chronischen Leiden kann die Therapie nach ärztlicher Verordnung zu Hause fortgesetzt uns so erheblich unterstützt werden. In begründeten Fällen übernimmt die Krankenkasse die Kosten für das Gerät. Das ist z.B. bei immobilen Patienten der Fall, oder in ländlichen Gebieten wenn die Physiopraxis weit entfernt ist. In meinem Fall ging es um das Gerät Lympha-mat Gradient 12  von der Firma Bösl das ich mir anschauen durfte. Dazu seht ihr hier auch noch ein paar Bilder.  Es gibt natürlich aber auch Kontraindikationen die wären: dekomponierte Herzinsuffizienz, ausgedehnte Thrombophlebitis, Thrombose oder Verdacht darauf, schwere nicht eingestellt Hypertonie, Neuropathie oder akkludierende Prozesse im Lymphabstrombereich. Wichtig ist natürlich das Gerät auch regelmäßig anzuwenden, das heißt mindestens 1x am Tag für min 30 Minuten. Dazu könnt ihr Euch im Sanitätshaus beraten lassen und bei der Abholung einweisen lassen. Ich selbst kann nur sagen ich bin begeistert von der unterstützenden Möglichkeit zur Entstauung.

Soviel dazu und weitere Themen kommen, versprochen ;-)

Liebe Grüße 

Jasmine 

 


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